Pfarrer Häberle

Der neue Pfarrer stellt sich vor.

Für die meisten bin ich – Markus Häberle, Jahrgang 1981 - hier in der Tat der Neue, der Fremde, der Reingschmeckte. Von daher bin ich ganz froh, dass ich immer wieder Gelegenheit habe, mich vorzustellen, so dass das Wort „neue“ vor dem Pfarrer hoffentlich bald der Vergangenheit angehört. Doch auch für mich wird es spannend in der „neuen“ Gemeinde - bei Ihnen - und ich hoffe, dass es auch für mich bald nicht mehr die „neue“, sondern nur noch „unsere“ Gemeinde sein wird.

Der neue Pfarrer stellt sich vor.

Doch nun zu mir. Ich bin ca. 60Km nordöstlich von hier im kleinen Örtchen Kottweil in den Berglen zwischen Winnenden und Schorndorf aufgewachsen. Dort verbrachte ich eine gute Kindheit und Jugendzeit. Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen und habe so schon sehr bald viele gute Erfahrungen mit Gott und der Kirche machen können. Ich habe mich selbst auch viel ehrenamtlich engagiert, v.a. in der Jugendarbeit. Geprägt hat mich dabei nicht zuletzt auch der evangelische Gemeinschaftsverband, die Apis. Auch heute noch ist es mir ein Anliegen, Glauben im Alltag zu leben und gemeinsam mit anderen über die Bibel, den Glauben und Jesus Christus ins Gespräch zu kommen. Als Schüler liebte ich vor allem die naturwissenschaftlichen Fächer. Meinen Zivildienst habe ich in einer Gehörlosenausbildungsstätte geleistet.

Der Neue stellt sich vor, dass sich nicht alle seinen Werdegang so vorgestellt haben.

Mein Studium habe ich nämlich in Hohenheim begonnen, wo ich vier Semester Wirtschaftswissenschaften studierte und so auch einen kleinen Blick in die Geschäftswelt außerhalb der Kirche bekommen habe – allerdings auch die Einsicht, dass das auf Dauer nichts für mich sein würde. Also plante ich etwas Neues: Ich wollte ein Parallelstudium Physik (Diplom) und Politik (Lehramt/Magister) beginnen. Doch wie man so schön sagt: Der Mensch denkt … und Gott lenkt … und so kam es, dass ich meine Pläne kurzerhand fallen ließ und trotz einiger Bedenken begann, Theologie zu studieren. Das heißt, ich wollte es … Doch dafür musste ich zuerst noch ein paar Sprachen (Hebräisch, Griechisch und Latein) lernen und so kam es, dass es mich in den hohen Norden nach Krelingen bei Hannover verschlagen hat.

Der neue Pfarrer konnte sich damals noch nicht vorstellen

dass es ihn einst noch höher in den Norden ziehen würde.

Doch zunächst habe ich dann mein Theologiestudium in Tübingen aufgenommen und mein Grundstudium schnell absolviert. Danach bot sich mir, wie angedeutet, die Chance, ein Jahr im Norden, in Norwegens Hauptstadt Oslo, zu studieren. Ich habe mich dafür entschieden, weil man dort bereits während des Studiums eine sehr praxisnahe Ausbildung erhält. Dort konnte ich dann auch gleich mein Gemeindepraktikum durchführen.

Der Neue stellt vor, wie es ist, wenn man Pfarrer wird:

Und im Anschluss konnte ich auch gleich meine ersten praktischen Erfahrungen als „Vikar“ machen. Doch vielleicht ein bisschen anders, als Sie das vermuten. Das norwegische Wort Vikar bedeutet auf Deutsch so viel wie Pfarrervertretung, und genau das habe ich dann in der Gegend von Trondheim gemacht:

die Pfarrer, die im Urlaub waren vertreten, d.h. für sie Gottesdienste gehalten, getauft, beerdigt und Gespräche geführt.

Erst später, vor gut zweieinhalb Jahren, habe ich dann auch das württembergische Vikariat in Schwaikheim, unweit von Waiblingen, begonnen. Das ist, ähnlich wie beim Referendariat beim Lehramtsstudium, der zweite Teil der Ausbildung nach dem Universitätsstudium. Hier habe ich neben zahlreichen Kursen in Birkach viel Praktisches durch Ausbildungspfarrer und Mentoren gelernt und durfte in meiner eigenen kleinen Parochie bereits eigenverantwortlich die Aufgaben eines Pfarrers übernehmen und einüben.

Der neue Pfarrer stellt sich aber vor...

Dass es trotzdem ein großer Schritt sein wird jetzt eine eigene Pfarrstelle zu übernehmen mit all den vielfältigen Aufgaben, die mich erwarten. Zugleich freue ich mich schon sehr, nun endlich einen Platz zu haben, an dem ich verantwortlich mitarbeiten kann. Denn dies ist meine Vision von Gemeinde, dass wir uns alle gemeinsam mit unseren jeweiligen Gaben einbringen um Gott und den Menschen zu dienen. Und dass in Holzgerlingen viele tolle und begabte Menschen mitarbeiten, durfte ich ja schon bei den ersten Begegnungen erfahren. Vielen Dank!

Deshalb bin voller Zuversicht, dass Holzgerlingen für mich und meine Frau schnell zu einer neuen Heimat werden kann. A Propos… Last but not least:

Der neue Pfarrer stellt vor: seine Frau!

In Tübingen, wohin ich nach meiner Zeit in Norwegen zurückgekehrt bin, wohnte ich wie zuvor auch schon im Albrecht-Bengel-Haus, einem Studienhaus ähnlich dem vermutlich bekannteren Stift, das Unterkunft und Zusatzqualifikationen während des Studiums anbietet. Neben diesen Vorzügen hatte es besonders einen:

Dort habe ich meine Frau kennen gelernt, die ebenfalls dort wohnte und studierte: Jennifer (damals natürlich noch Schulze), die ganz aus der Nähe kommt, nämlich aus Magstadt, und sich sehr freut, dass sie wieder zurück in dieser schönen Gegend ist. Sie studierte auf gymnasiales Lehramt und zwar die drei Hauptfächer Latein, Politik und ebenfalls ev. Theologie. Geheiratet haben wir im Herbst 2011.

Ihr Referendariat machte sie in Backnang und arbeitet seit diesem Schuljahr am OHG in Böblingen. Sie hat in Magstadt bereits viel in der Kinder-und Jugendarbeit gemacht und freut sich schon darauf, sich eventuell auch hier auf die eine oder andere Weise zu engagieren.

So nun hoffe ich, dass Sie uns wenigsten ein bisschen besser kennengelernt haben und dass Sie nun denken können:

DER neue Pfarrer stellte sich vor.

Außerdem können Sie meine Frau und mich natürlich jederzeit gerne auch persönlich ansprechen, wenn Sie noch mehr über uns wissen wollen.

Aus dem Gemeindebrief Ostern 2016