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Der Grüne Gockel

Mit dem Auftakt im Gottesdienst vom 27. Februar 2011 haben wir als Kirchengemeinde uns ganz offiziell auf den Weg gemacht. Im Sommer 2012 wollen wir so weit sein mit unserem Umweltmanagement, dass uns der „Grüne Gockel“ verliehen werden kann.

Zuerst wird eine geordnete Bestandsaufnahme durchgeführt: Wo und wie sind wir als Kirchengemeinde mit unserer Arbeit und mit unseren Gebäuden wirksam in Bezug auf die Schöpfung? Vom Glühlampenzählen bis Wasserverbrauch, vom Kopierpapier bis zur Frage, woher unser Gemeindeessen kommt, reicht der Horizont.

Dann werden in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schöpfungsleitlinien erstellt, in denen wir zum Ausdruck bringen, was uns als Kirchengemeinde im Blick auf die Schöpfung wichtig ist und bleibt. Von diesen Grundsätzen aus entwickeln wir dann konkrete Ziele und Programme, die wir erreichen wollen.

Zum Start dieses Prozesses erschien ein Artikel in der Kreiszeitung Böblinger Bote vom 26. Februar 2010. Wir danken für die Erlaubnis zur Verwendung dieses Artikels.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite gruener-gockel.de.

Sonnenernte auf dem Holzgerlinger Kirchendach - auch ein Zeichen unseres Glaubens

Ein Kooperationsprojekt zwischen der Evangelischen Kirchengemeinde Holzgerlingen und der Ökumenischen Energiegenossenschaft Baden-Württemberg

Im Spätherbst 2011 trafen sich auf Initiative von Manfred Prüssner einige Mitglieder des Kirchengemeinderates und Pfarrer Grauer um sowohl das Kirchendach zu inspizieren als auch Perspektiven einer Zusammenarbeit zwischen der Ökumenischen Energiegenossenschaft und der Kirchengemeinde zu besprechen.

Mittlerweile sind die Planungen fortgeschritten und der Kirchengemeinderat hat der ökumenischen Energiegenossenschaft grünes Licht gegeben. Diese von der ÖEG sehr begrüßte Kooperation unterstreicht das gemeinsame ökumenische Anliegen, zur Energiewende (Ausbau der Erneuerbaren Energieerzeugung auf kirchlichen Liegenschaften) beizutragen.

Was ist die ÖEG?

An der im Herbst 2009 gegründeten Ökumenischen Energiegenossenschaft (ÖEG) können sich alle beteiligen, die etwas gegen die absehbaren Klimaveränderungen aufgrund des übermäßigen CO2-Ausstoßes tun wollen. Auch der mittlerweile festgelegte Atomausstieg erfordert nicht nur eine neue Effizienzund Energiesparkultur, sondern auch den beschleunigten Ausbau der Nutzung von Sonne, Wind, Wasser und Biomasse aus Reststoffen. Angesichts des global wie national sehr zögerlichen praktischen Klimaschutzes gelte es noch mehr, vor Ort zu handeln, so der Vorstandsvorsitzende Jobst Kraus, bis vor kurzem Studienleiter an der Evangelischen Akademie Bad Boll, und der Aufsichtsratsvorsitzende Ernst-Ludwig Vatter, Kirchenrat i. R..

Das kirchliche Motto „Die Schöpfung bewahren“ soll sich damit praktisch auswirken. Unter dem Motto „Wo das Reden zum Tun führt, bin ich richtig“ haben Dr. Erhard Eppler, Prälatin Gabriele Wulz, Akademiedirektor Joachim Beck und Dr. Brigitte Dahlbender als BUND-Landesvorsitzende die Schirmherrschaft über die noch junge Genossenschaft übernommen.

Ziel der ÖEG ist es, das große Potential an bisher ungenutzten Dachflächen im Bereich kirchlicher Einrichtungen, etwa bei Heimen, Tagungsstätten, Verwaltungsgebäuden, Krankenhäusern, aber auch auf Kirchen, Gemeinde- und Pfarrhäusern für eine nachhaltige energetische Nutzung zu erschließen. Die ÖEG will Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen dabei unterstützen, aktiv eigene Wege in eine umwelt- und sozialverträgliche Energieerzeugung zu beschreiten und zu finanzieren.

Die Geschäftsform der Genossenschaft ist bewusst gewählt worden, um möglichst vielen Menschen eine Beteiligung an erneuerbarer Energiegewinnung bei kirchlichen Liegenschaften anbieten zu können. Bereits mit 100 € Mindesteinlage haben Mitglieder ein Stimmrecht. Wer dringend sein Geld wieder benötigt, erhält seine Anteile mit einer Frist von maximal einem Jahr in voller Höhe wieder zurück – in der Regel aber „postwendend“.

Die ersten drei Projekte sind bereits realisiert: Auf kirchlichen Dächern in Bad Boll, Esslingen und Geislingen wird schon erfolgreich Solarstrom geerntet. Der bisherige Ertrag von fast 100.000 kWh bedeutet eine Kohlendioxidersparnis für die Atmosphäre von 70 Tonnen. Weitere Anlagen werden 2012 hinzukommen - in Esslingen-Mettingen, in Tübingen, in Karlsruhe – und in Holzgerlingen. Ein zentrales Anliegen bei der Errichtung neuer Anlagen ist es – auch im Interesse einer Identifikation vor Ort – neue Genossenschaftsmitglieder aus der jeweiligen Projektgemeinde zu finden – so auch im Umfeld der Evangelischen Kirchengemeinde Holzgerlingen. Derzeit zählt die ÖEG etwa 220 Mitglieder, darunter auch Kirchengemeinden und Kirchen.

Was ist auf dem Kirchendach der Johanneskirche geplant?

Aller Voraussicht nach wird die Anlage auf dem Kirchen- und Pfarrhausdach mit einer Größe von ca. 100 qm Modulfläche (15 kWp) etwa 14.500kWh an Sonnenernte „einfahren“. Damit werden der Atmos-phäre etwa 8,6 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr erspart. Kosten wird die Anlage in etwa 33.000 € zuzüglich Mehrwertsteuer. Die ÖEG plant, finanziert und realisiert die Anlage mit Hilfe von Fachinstallateuren – auch mit Ihrer Unterstützung.

Der Kirchengemeinde fließt dabei dann mehr als 20 Jahre lang regelmäßig eine jährliche ertragsabhängige Dachmieteinnahme zu. Die Anteilseigner der Genossenschaft erhalten eine Verzinsung ihres eingesetzten Kapitals. Die Module samt Aluminiumschienen werden auf die Kiesschicht gestellt und sind vergleichsweise leicht (kleiner 20 kg/qm) und überschreiten die zulässige Dachlast nicht. Während der Laufzeit des Dachnutzungsvertrags (ca. 21 Jahre) wird der Sonnenstrom ins Netz eingespeist und der ÖEG vom Netzbetreiber vergütet. Eingeschaltete Geräte in der Kirche, den Gemeinderäumen oder dem Pfarrhaus verbrauchen den regenerativ erzeugten Strom in unmittelbarer Nachbarschaft der Anlage. Nach Ablauf des Dachnutzungsvertrags geht die Anlage kostenfrei in den Besitz der Kirchengemeinde über und der Sonnenstrom kann direkt selbst verbraucht werden und reduziert so die Stromrechnung wesentlich. Überschüssiger Strom wird dabei von der Gemeinde zu dann erzielbaren Marktpreisen an den Netzbetreiber verkauft und sichert der Gemeinde zusätzliche Einnahmen. Der Vertrag zwischen der ÖEG und der Gemeinde kann aber auch fortgesetzt werden.

Für dieses Projekt für den Klimaschutz und zur Schöpfungsbewahrung werden noch weitere Genossenschaftsmitglieder gebraucht. Die ÖEG freut sich über Mitglieder aus der Gemeinde. Ein Anteil(Minimum) kostet 100 €. Bis zu 100 Anteile kann Mann/Frau erwerben. Siehe auch www.oekumenische-energiegenossenschaft.de

(Aus dem Gemeindebrief Ostern 2012)