Bazar Johannes-Brenz-Haus

Vor Jahrzehnten wurde der Bazar als Missionsverkauf ins Leben gerufen, um Missionen und die eigene Kirchengemeinde finanziell zu unterstützen.

Der erste Bazar fand im damaligen Gemeindehaus, dem heutigen Evangelischen Kindergarten statt. Damals gehörte zu diesem Tag auch immer ein Theaterabend, doch bevor sich der Vorhang hob, wurden noch die restlichen Überbleibsel versteigert.

Inzwischen sind viele Jahre vergangen, die Räumlichkeiten wurden gewechselt und Veränderungen fanden statt. Spannend ist es immer, wenn Verantwortliche altershalber bzw. aus gesundheitlichen Gründen ihren Bereich abgeben müssen und neue Mitarbeitende diese Aufgabe übernehmen, ihre Ideen umsetzen und eigene Akzente setzen. Schon Monate vor dem Bazar-Termin schneiden fleißige Holzgerlinger ihre Obstbäume und binden das Reisig zu Büscheln. Damit wird in den Tagen vor dem Bazar im Backhaus der Ofen geheizt, um das leckere Backhausbrot zu backen. Andere stricken, häkeln oder basteln an langen Winterabenden und stellen ihre Erzeugnisse dem Bazar-Verkauf zur Verfügung oder organisieren das ganze Jahr über Spenden für die Verlosung.

Ca. 6 Wochen vor dem Bazar findet ein Koordinationstreffen statt, um den großen Tag vorzubereiten. Ungefähr 25 bis 30 Mitarbeitende beraten sich, alle haben wiederum ca. 10 Leute an der Hand, die mithelfen. Dabei sind auch Konfirmanden und Teilnehmer aus den verschiedensten Gruppen der Kirchengemeinde und des CVJM. Die Aufgaben sind zahlreich und erstrecken sich von Kuchenspenden, Bedienungs- und Abspülplan organisieren, über Getränke bestellen und Schweine einkaufen, diese zu Schnitzel, Wurst Schlachtplatte und Wurstbüchsen weiterverarbeiten, Schmalz auslassen, Teig für die Bazarbrote kneten, Salate putzen, Sauerkraut kochen, Zubehör im Großhandel einkaufen, etc.

Überall sind viele fleißige Hände ehrenamtlich und unentgeltlich am Werk und ich behaupte, dass niemand alle Mitarbeiter, die beim Bazar mithelfen, kennt. Im Vorfeld werden Werbeplakate ausgehängt, zusätzliche Tische, Stühle und Geschirr von der Johanneskirche und dem CVJM-Haus „Seebrücke“ hergefahren. Am Vortag geht es im Johannes-Brenz-Haus zu wie in einem Bienenstock. Da werden Tische und Stühle gestellt, wie man es für die Veranstaltung braucht, Stromleitungen werden provisorisch verlegt, Sicherungen und Verbandskästen kontrolliert und zusätzliche Feuerlöscher deponiert.

Die Garage wandelt sich zur Schnitzel- und Pommes-Braterei, der Jungenschaftsraum mutiert zu einer Küche, im Kaminzimmer wird die Kinderbetreuung und Bastelecke eingerichtet und ein Abstellraum wird zur Anglerecke. Auf der Bühne werden die Verlosungsgewinne nummeriert und ausgestellt. Die Verkaufstische werden mit den verschiedensten Waren schön dekoriert und die Verkaufspreise festgelegt.

Der Eine-Welt-Laden breitet sein Angebot für diesen Samstag im Johannes-Brenz-Haus aus. Die Tische im hinteren Teil des Saales werden für das Mitarbeiterfrühstück eingedeckt und alles geschmückt. Wenn es dann endlich gegen 21:00 Uhr wieder ruhig im Haus wird, putzt unser Hausmeisterehepaar nochmals alles durch.

Am Bazar-Morgen geht es um 6:00 Uhr bereits los mit Würste zählen, Schnitzel klopfen und panieren, Kartoffel kochen, Salate richten und Kaffee brühen. Für die anderen Mitarbeiter beginnt der Bazar um 8:00 Uhr mit einem Frühstück, bei welchem alle bei einer kurzen Andacht innehalten.

Ein Begrüßungs- und Kassenteam steht von Anfang an bereit und schnell ist der Bazar-Betrieb in vollem Gang. Für Jugendliche werden Spiele und Aktionen ums Haus herum angeboten. Kurz vor Mittag sind auch die Mitarbeiter für den Straßenverkauf im Dienst und am späteren Nachmittag gibt es den Lebensmittel-Verkauf im Treppenhaus.

Wenn die Gäste gegangen sind, folgt nach dem aufregenden, langen Tag das nicht minder anstrengende Aufräumen und Putzen. Alle, die bei diesem Teil noch mithelfen, genießen zusammen ein Abendessen.

Ein großartiger Tag ist geschafft – wieder haben wir alle miteinander ein großes Fest gefeiert.

Aus dem Gemeindebrief Ostern 2012