Kontaktgruppe für psychisch Kranke

Teilnehmerkreis: Chronisch seelisch Erkankte und deren Angehörige in Holzgerlingen und Umgebung

Zweck: Kontakte und Freizeitgestaltung

Treffpunkt: Montags 19.30 – 21Uhr im Gemeindezetrum Johanneskirche, Bühlenstr. 85, 71088 Holzgerlingen

Auskunft

  • Leitung: Frau Inge Kalmbach, Telefon 60 23 43
  • Kontakt: Frau Weiß, Telefon 2165-35 im Sozialpsychiatrischen Dienst des Evangelischen Diakonieverbandes im Landkreis Böblingen
    Träger: Evangelischer Diakonieverband im Landkreis Böblingen, Landhausstraße 58, 71032 Böblingen
    Tel. 2165-15 Bürozeiten: Mo-Do 9-12 und 13-16Uhr, Fr 9-12 und 13-14Uhr

Kosten: Die Angebote des Sozialpsychiatrischen Dienstes sind kostenlos.

(2008:) 20 Jahre Kontaktgruppe für Menschen in seelischer Notlage

Seit 2008 trifft sich die „Kontaktgruppe für Menschen in seelischer Notlage“ immer montags um 19.30 Uhr in der Johanneskirche. Das Gemeindeblatt hat einen Besuch bei der verantwortlichen Leiterin Frau Inge Kalmbach gemacht:

GB: Frau Kalmbach, wie kam es zu dieser Gruppe in der Joki?

IK: Das war im Jahr 1988, als Herr Behnke vom Sozialpsychiatrischen Dienst der Kreisdiakoniestelle einen Aufruf im Mitteilungsblatt geschaltet hatte. Eine Kontaktgruppe für Menschen in seelischer Notlage oder nach einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Einrichtung sollte für die Schönbuchlichtung eingerichtet werden. Die Gruppen in Böblingen waren überbelegt und der Bedarf in der Region wurde einfach größer. Daraufhin haben sich rund 20 an Mitarbeit Interessierte zu einem ersten Informationsabend eingefunden, alles Leute, die mit Menschen in dieser Situation Kontakt hatten und im Umgang mit ihnen unsicher waren. Pfarrer Krimmer hat für die Gruppe einen Raum in der Joki angeboten, und so konnten wir im Februar 1988 beginnen.

GB: Sie haben das nicht alleine begonnen...

IK: Nein, damals waren es noch Frau Holl, Frau Teufel, Frau Kienzel, Frau Wahlers, Frau Gmoser, Frau Brodbeck und ich. Im Lauf der Jahre sind aus verschiedenen Gründen nur noch Kornelia Brodbeck und ich übrig geblieben.

GB: Außer im Monat August treffen Sie sich wöchentlich. Warum sind Sie so lange dabei geblieben?

IK: Weil mir die Sache einfach wichtig war! Und weil ich immer neue Ideen für die Abende mit diesen Menschen hatte und sie auch umsetzen wollte. Etwas anfangen und dann dabei zu bleiben, das entspricht auch meiner persönlichen Überzeugung.

GB: Wie sehen diese Abende aus? Was machen Sie miteinander?

IK: Ich achte darauf, dass die Abende einen roten Faden haben. Ich bringe einen Impuls zu einem Thema ein, dann sprechen wir miteinander und hören einander zu. Themenvorschläge werden gesammelt, oder ich orientiere mich an den Jahreszeiten. Auch literarische Abende gehören dazu. Wir singen miteinander, auf dem Keyboard begleite ich die Gruppe, wir spielen und tanzen auch. Wichtig sind die Rituale und das Anteil nehmen, wenn jemand von uns Geburtstag hatte. Wir besprechen aktuelle Dinge. Wir gehen mal ins Kino oder besuchen geeignete kulturelle Angebote. Wenn jeder wenigstens einmal gelacht hat, dann ist der Abend gelungen. Das setze ich mir zum Ziel. Darum habe ich für den Ernstfall immer ein paar gute Witze dabei.

GB: Sie verreisen auch gemeinsam?

IK: Seit 1997 verbringen wir einmal im Jahr ein gemeinsames Wochenende. Wir waren am Bodensee, im Schwarzwald, auch auf der Ostalb oder in Wolframs-Eschenabch. Es ist wichtig, dass geeignete Unternehmungen und Kulturangebote am Zielort ausgesucht werden. Einmal sind wir mit unserer Gruppe beinahe in eine türkische Hochzeitsgesellschaft hineingeraten (lacht), man erlebt so einiges miteinander...

GB: Verstehen Sie die Kontaktgruppe als Teil der kirchlichen Arbeit?

IK: Ja. Mit Sicherheit. Auch wenn wir kein speziell christliches Programm durchführen. Hier gilt es zu erspüren, was mit der jeweiligen Gruppe möglich ist. Es ist wichtig, dass niemand christlich sein muss, der zu uns kommt. Wir sind eine offene Gruppe. Jede und jeder in seelischer Notlage kann zu uns kommen und auch wieder wegbleiben, ohne nach dem Grund gefragt zu werden. Das ist ein Grundsatz unserer Gruppe.

GB: Am 25.02.08 um 19.00 Uhr begehen Sie das 20 jährige Jubiläum mit der Kontaktgruppe. Herr Behnke wird ein Grußwort sprechen. Auch wir gratulieren im Namen unserer Gemeinde sehr herzlich. Haben Sie zum Jubiläum noch Wünsche?

IK: Wenn ich gesund bleibe, dann mache ich die Sache gerne und von Herzen weiter. Und es würde mich freuen, wenn die evangelische Kirchengemeinde ihren Zuschuss zu unserer Arbeit bald ein wenig anhebt.

GB: Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die weitere Arbeit der Kontaktgruppe!

Aus dem Gemeindebrief Ostern 2008