Die Feste im Kirchenjahr und die liturgischen Farben der Paramente

Die Feste des Kirchenjahres

Die wesentlichen Feste der evangelischen Kirche lassen sich nach dem Glaubensbekenntnis sortieren:

  • Weihnachten
    Zu Weihnachten feiern wir, dass Jesus Christus geboren wurde. Wir freuen uns über die Liebe Gottes, des Vaters, der seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde schickt, um uns Menschen zu retten.
    „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Joh. 3, 16
  • Ostern
    Am Karfreitag feiern wir, dass Jesus Christus Leid und Folter auf sich nahm und für unsere Schuld starb. Am dritten Tag, also zu Ostern, ist er auferstanden. Wir feiern die Liebe von Jesus Christus, der sein Leben gab, damit uns Menschen die Schuld vergeben werden kann.
    „Ich lasse mein Leben für die Schafe. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen“ Joh. 10, 15.18
  • Pfingsten
    Zu Pfingsten feiern wir, dass der Heilige Geist ausgegossen wird, so dass wir Christen im Glauben fest werden und wachsen, und uns zu Jesus Christus mutig bekennen können. Wir feiern die Liebe des Heiligen Geistes zu uns Menschen.
    „Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ Joh. 14, 26
    „Und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“ Apg 2, 4

Das Dreieinigkeitsfest (Trinitatis)

Am Sonntag nach Pfingsten feiern wir die Drei-Einigkeit (lat. Trinitatis). Gott begegnet uns Menschen als drei verschiedene Personen, die doch eins sind, auch wenn wir Menschen das nicht ganz verstehen können. Dafür wird häufig folgende Analogie verwendet: Wasser kann auch als Dampf und als Eis vorliegen. Es sieht anders aus und verhält sich anders, bleibt aber Wasser.

Gott ist erhaben und unnahbar. Aber er kam zu uns Menschen als der Mensch Jesus Christus, um sich uns zu erkennen zu geben. Und er ist bei uns als der Heilige Geist. Das bekennen wir im Glaubensbekenntnis.

Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist der Vater.

„Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.“ Jes. 9, 5; und Joh 14, 9: „Wer mich sieht, der sieht den Vater!“

Andererseits sind Jesus und der Vater nicht identisch: „Der Vater ist größer als ich.“ Joh 14, 28; und Joh. 3, 35: „Der Vater hat den Sohn lieb und hat ihm alles in seine Hand gegeben.“

Jesus Christus, der Sohn, kommt als der Geist zu uns „Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.“ Joh. 14, 18; und Apg. 16, 7: „Der Geist Jesu ließ es ihnen nicht zu.“

Andererseits sind Jesus und der Heilige Geist verschiedene Personen: „Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit.“ Joh. 14, 16; und Matth. 4, 1: „Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt.“

Gott, der Vater, ist der Heilige Geist: “Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ Joh. 4, 24

Andererseits sind Gott und der Geist doch nicht dasselbe: „Wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn darum bitten“. Luk 11, 13

Das Geheimnis ist groß. Aber wir Menschen können Gott mit unserem Verstand nicht ganz erfassen: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ Jes. 55, 8+9

Wichtig ist, wie wir zu Gott stehen: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ Micha 6, 8

Darüber hinaus wissen wir, dass es keinen Zugang zu Gott gibt als über Jesus Christus: „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“ Joh. 14, 23; und Apg. 4, 12: „In keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unterm dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.“

Die Festzeiten im Kirchenjahr

Altar der Johanneskirche

Das Kirchenjahr beginnt mit dem 1. Adventssonntag. Jede Kirchenwoche beginnt am Sonntag. Das Kirchenjahr gliedert sich in die drei Teile:

Der Weihnachtsfestkreis

Die Weihnachtszeit im Kirchenjahr reicht vom 1. Advent über Weihnachten und Epiphanias (Erscheinungsfest, 6. Januar) bis zum letzten Sonntag nach Epiphanias. Das ist je nach Kalender bis zu 6 Wochen nach dem 6. Januar.

Der Osterfestkreis

Die Osterzeit beginnt mit dem Sonntag Septuagintä über Estomihi und die Passionszeit, Karfreitag, Ostern und Himmelfahrt bis zu Pfingsten.

Die Trinitatiszeit

Die längst Zeit des Kirchenjahrs richtet sich am Drei-Einigkeitsfest aus. Beginnend mit dem Sonntag Trinitatis werden je nach Kalenderjahr bis zu 24 Sonntage gezählt. Mit dem Ewigkeitssonntag beginnt die letzte Woche des Kirchenjahrs.

Paramente und die liturgischen Farben im Kirchenjahr

Kanzel der Mauritiuskirche

Paramente

Paramente nennt man die Tücher, die am Altar und an der Kanzel hängen. Ihre Farben richten sich nach dem liturgischen Kalender, also nach Bedeutung des Sonntags oder Festtages im Kirchenjahr.

 

 

 

 

Liturgische Farben

Weiß ist die Farbe der Reinheit und des Himmelsglanzes, und damit auch die Farbe der Christusfeste.   

Rot ist die Farbe der Liebe Gottes und die Farbe der Liebe zu Gott, also die Farbe des Bekenntnisses.

Violett: Aus dem Rot der Liebe Gottes und dem Blau seiner Treue wird violett, das ist Buße und Besinnung.

Grün ist die Farbe des Wachsens und Reifens; Menschen wachsen im Glauben an Jesus Christus.