Die Glocken der Mauritiuskirche

Im Rahmen des Stadtfestes am 5. Juli 2015 wurde das folgende Video der läutenden Glocken aufgenommen; zum Pausieren klicken Sie einfach in das Video.

Seit Jahrhunderten hängen in der Glockenstube unseres markanten Kirchenturmes Kirchenglocken, die dem Tag seine Einteilung geben. Kirchenglocken gibt es in Europa seit dem 6. Jahrhundert. Unsere Kirchenglocken sagen in Verbindung mit der Turmuhr die Zeit an. Sie rufen die Gemeinde zum Gottesdienst und laden täglich zu bestimmten Zeiten zu Gebet und Besinnung ein. Die vier Glocken auf dem Turm unserer Mauritiuskirche sind nicht alt. Im 20. Jahrhundert mussten im Ersten und Zweiten Weltkrieg jeweils zwei der damals drei Glocken für die Rüstungsindustrie abgeliefert werden. Unsere heutigen vier Glocken, nach es, f, g und b gestimmt, wurden 1950 von der Glockengießerei Bachert in Heilbronn gegossen und im März 1950 hochgezogen und eingeweiht. Einige Holzgerlinger werden sich daran erinnern. Zu Jugenderinnerungen mancher ehemaliger Konfirmanden gehört auch das Auf- und abgezogen werden an den Glockenseilen, als die Glocken noch von Hand gezogen werden mussten. Heute geht das elektrisch und die Glockensteuerung hat der Computer übernommen. Sie können ihre Armbanduhr nach der Kirchenglocke stellen. Sie geht auf die Sekunde genau.

Das Uhrwerk, das von 1922-1963 seinen Dienst versah, ist heute im Heimatmuseum. Lesen Sie den Artikel in der Kreiszeitung Böblinger Bote vom 3. Dezember 2011. Wir danken für die Erlaubnis zur Verwendung dieses Artikels.

Unsere Läuteordnung

Die Glocken haben verschiedene Bezeichnungen und werden zu bestimmten Anlässen eingesetzt:

Domenika

Dei Domenika ist die größte, tiefste Glocke. Sie wird zum Vollgeläut bei Gottesdiensten eingesetzt und hat die Aufgabe, als Totenglocke der Gemeinde zu sagen, dass innerhalb der letzten 24 Stunden ein Gemeindeglied verstorben ist. Sie läutet um Mittag 12 Uhr.

Diese Glocke trägt als Inschrift das Jeremia-Wort:
O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort
.

Am unteren Rand steht die Inschrift:
Mein Klang gilt den Gefallenen
.

Betglocke

Die Betglocke ist die zweitgrößte. Sie ruft um 6.00 Uhr zum Morgengebet und ist eine tägliche Erinnerung an die Auferstehung Jesu. Und sie läutet um 18.00 Uhr zum Abendgebet. Sie erinnert an den „Abend des Lebens und den Abend der Welt“. Sie läutet auch, während die Gemeinde im Gottesdienst das Vater Unser betet.

Sie trägt die Aufschrift: Wachet und betet.

Kreuzglocke

Wie der Name sagt, läutet die Kreuzglocke zu den Stunden, die mit dem Sterben Jesu am Kreuz verbunden sind. Um 11.00 Uhr, der Stunde der einbrechenden Finsternis (Matthäus 27, 45) und um 15.00 Uhr, der Todesstunde Jesu (Matthäus 27, 45.50).

Sie trägt die Inschrift: Ehre sei Gott in der Höhe.

In Holzgerlingen haben wir den schönen Brauch des Schulläutens. An den Schultagen um 7.15 Uhr begleitet die Schulglocke, ebenfalls Glocke 3, die Kinder der Stadt auf ihrem Schulweg.

Taufglocke

Die Taufglocke ist die kleinste. Sie läutet während der Taufhandlung im Gottesdienst und ruft damit die zu Hause gebliebenen Gemeindeglieder zur Fürbitte für den Täufling auf.

Sie trägt als Inschrift das Jesus-Wort: Lasset die Kindlein zu mir kommen.

Besondere Feiertage werden am Vorabend mit allen Glocken„eingeläutet“

Zusammenläuten zum Gottesdienst:

Zum Hauptgottesdienst am Sonntag läuten alle Glocken. Eine volle und eine halbe Stunde wird vorgeläutet. Bei uns in Holzgerlingen seit 1. März 2003 setzt das volle Geläut zum Gottesdienst eine „halbe Viertelstunde“ (also 7-1/2 Minuten) vor der vollen Stunde ein.

Haben Sie Interesse an einer Turmbesteigung und Besichtigung des Glockenstuhles? Dann melden sie sich im Pfarramt I. Empfehlenswert ist auch ein Besuch des Glockenmuseums in der Herrenberger Stiftskirche. Achten Sie auf den Klang unserer Glocken. Sie begleiten uns durch den Tag und erinnern uns an Gottes Gegenwart.

Auf youtube gibt es von timObell aus dem Jahr 2010 ein Video, das die Kirche mit Glockengeläut zeigt.