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Elisabeth und Hubert Binder... sind am 17. Dezember 2010 wohlbehalten wieder in Deutschland gelandet. Artikel der Kreiszeitung Böblinger Bote am 11. Januar 2011"Heimweh nach Holzgerlingen hatte ich eigentlich nie" "Noch vor einem Jahr konnte ich mir nicht vorstellen zurückzukommen", sagt Elisabeth Binder. Ihr Mann Hubert erklärt: "Wir sind in unsere Arbeit hineingewachsen. Die Frage der Rückkehr hat sich nicht gestellt." Von Sigrid Pfenning
Die "Finca Tinamaste", wo Familie Binder lebte, ist ein evangelisches Ausbildungszentrum für Indianer aus Costa Rica, Nicaragua und Panama und bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Die Indianer werden in Forst- und Landwirtschaft ausgebildet und lernen praktische Dinge für ein nachhaltiges Leben. "Ich hatte die Verantwortung für den land- und forstwirtschaftlichen Bereich", berichtet Hubert Binder. Elisabeth kümmerte sich um den Aufbau der Schule für die Kinder der Mitarbeiter. "Wir haben Seminare vor Ort für die Indianer anboten und ein Ausbildungsprogramm für Frauen", ergänzt die gelernte Realschullehrerin, "auch zu den Themen Familie und Ehe." Für die Rückkehr nach Holzgerlingen gibt es mehrere Gründe: "Wir haben dort auf Taschengeldbasis gearbeitet", erklärt Elisabeth Binder. Doch auch die räumliche Distanz zu einzelnen Familienmitgliedern habe zur Rückfahrt bewegt: Julia ist bereits seit drei Jahren wieder hier und studiert an der Dualen Hochschule Stuttgart. Johannes (19), der Zweitälteste, hat im September eine Zimmermannslehre in Altdorf begonnen. "Die beiden Großen haben sich hier gut eingelebt und organisiert", sagt Mutter Elisabeth. Die Mittlere, Carolin (14), habe sich auf das Leben in Deutschland gefreut und auch der achtjährige Tobias sei gerne hier. Nur seine Zwillingsschwester Tamara habe Heimweh nach Costa Rica und würde am liebsten zurück. Dennoch freut sie sich, wenn die Schule losgeht: "Dann hab ich was zu tun." Ein bisschen Angst, dass sie schwer Freunde finden, haben die beiden Jüngsten aber doch. Die Kinder sind, außer Julia, allesamt in Costa Rica geboren und haben eine doppelte Staatsbürgerschaft. Alle haben von klein auf Spanisch gelernt - neben dem breiten Holzgerlinger Schwäbisch, das sie auch sprechen. Und sie waren mit Einheimischen im Kindergarten. "Sprachlich haben unsere Kinder davon sehr profitiert", so Hubert Binder. Als die Kids nach sechs Jahren mit Fernschulmaterial aus Deutschland aufs College kamen, hatten sie keinerlei Sprachprobleme. Während der 21 Jahre war die Familie regelmäßig daheim. "Normalerweise ist man drei Jahre auf der Station und dann drei Monate zu Hause", erklärt die 46-jährige Elisabeth Binder. Diese "Heimat-Zeit" sei meist an Weihnachten. Zwischendurch haben die Binders auch ein ganzes Jahr in Holzgerlingen gelebt. "Damit man sich nicht so sehr entfremdet. Und die Kinder sollten auch die hiesige Gesellschaft kennen lernen." Vielleicht in ein paar Jahren wieder Ursprünglich sollte auch der jetzige Heimataufenthalt nur ein Jahr dauern, doch dann hatte sich die Familie einstimmig zur Rückkehr entschlossen - vorerst zumindest: "Wenn sich in ein paar Jahren wieder die Möglichkeit bietet, nach Panama oder Costa Rica auszureisen, wäre das schön", meint Elisabeth Binder. Auch könne sie sich vorstellen, für einen Monat ein Projekt zu übernehmen. "Da sind wir völlig offen." Hubert Binders Gefühle bei der Abreise nach Costa Rica vor 21 Jahren waren gemischt: "Ich war neugierig auf das Abenteuer. Es war eine erwartungsvolle und angenehme Spannung auf die fremde Kultur und die Verbindung von geistlicher und handwerklicher Arbeit", erklärt der 49-jährige Forstwirt. Ängste hatte er nur vor Sprachproblemen gehabt, doch die seien unbegründet gewesen. Heimweh nach Deutschland hatte er aber eigentlich nie: "Meine Frau und Kinder waren ja bei mir." Jetzt freut er sich vor allem auf die berufliche Herausforderung. "Ich sehe meine Fähigkeiten in der Lehre und Forschung. Daher würde ich gerne an einer Universität unterrichten." Elisabeth dagegen freut sich auf die vier Jahreszeiten. "Die gibt es in Costa Rica nicht so ausgeprägt." Was die beiden in Costa Rica besonders beeindruckt hat, ist die große Verbundenheit der Christen untereinander. Sprachbarrieren, materielle Gegebenheiten oder Herkunft wurden überwunden. Hubert Binder: "Der Glaube verbindet mehr als die Nationalität." Auch die Kinder hätten viel Sozialkompetenz gelernt, Extreme erfahren und ihren Horizont erweitern können. (Wir danken der Kreiszeitung Böblinger Bote für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung) Aus dem Gemeindebrief Weihnachten 2010In den letzten Wochen konnte man unsere Kinder und ihre Freunde mit bemalten Gesichtern, Steckenpferden und Holzgewehren über das Gelände rennen sehen. Sie haben sich von den altbekannten Winnteou-Filmen inspirieren lassen. Welche Vorstellungen haben Sie, wenn Sie an Indianer denken? Federschmuck - Pferde - Pfeil und Bogen – Zelte? Manches davon findet sich tatsächlich bis heute in der Kultur der Indianer Mittelamerikas. Zu ihnen gehören u.a. die Guaymis, Kunas, Bri Bris, Cabécares, Miskitos und Rama- Indianer. Jedes dieser Indianervölker hat seine eigene Sprache und seine ihm typische Kultur, die sich u.a. in der Bauweise der einfachen Behausungen wiederspiegelt. Was allen gemeinsam ist, ist der harte Kampf ums Überleben in der heutigen Zeit. Während der Ausbilungsarbeit für Indianer in Costa Rica und Panama konnten wir vor allem die Guaymis und ihr Gebiet besser kennenlernen. Von diesem Volk leben heute ca. 200.000 Menschen mehrheitlich in extremer Armut. Ihr Land ist schwer zugänglich, schlecht erschlossen und gibt trotz der beeindruckenden, tropischen Vegetation, nur kargen Ertrag. Eine schlechte Grundlage für Familien, die noch von ihrer Subsistenzwirtschaft leben. So haben wir unter ihnen viele resignierte Menschen kennengelernt.
21 Jahre lang waren wir Mitarbeiter der Arbeit von LiL. Wir konnten unsere Gaben und Ideen in die Schulungs- und Projektarbeit im Ausbildungszentrum sowie in den Indianergebieten und Gemeinden vor Ort einbringen. Während dieser Zeit sind unsere Kinder herangewachsen und konnten in Costa Rica zur Schule gehen. Mit der Ausbildung der beiden Älteren hat nun ein neuer Abschnitt für uns als Familie begonnen. Deswegen kehren wir im Dezember 2010 nach Holzgerlingen zurück - in erster Linie um unsere Kinder während ihrer Ausbildung besser begleiten zu können. Da sie in Costa Rica aufgewachsen sind, bedeutet die Rückkehr für sie das Verlassen ihrer Heimat.
Viele Fragen waren damals offen, die wir im Vertrauen auf Gott angegangen sind. Dabei begleitete uns ein Vers aus Psalm 37 wo es heißt „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn. Er wird´s wohl machen“. Das war immer wieder unser Gebet. Und wir haben immer wieder Gottes Wegweisung und Hilfe erfahren. Das erhoffen und erbitten wir nun auch für den neuen Lebensabschnitt in Deutschland. Wir möchten an dieser Stelle der ev. Kirchengemeinde Holzgerlingen und all denjenigen danken, die unsere Arbeit bei LiL durch ihre Gaben und Gebete unterstützt haben. Wir möchten diese Arbeit auch weiterhin Ihrer finanziellen Unterstützung und Begleitung in der Fürbitte empfehlen. Da die Arbeit von LiL rein über Spenden finanziert sind, sind die verbleibenden Mitarbeiter auf diese Unterstützung angewiesen. Wir konnten insbesondere die Arbeit unter den Guaymis an eine neue Mitarbeiterfamilie in Costa Rica übergeben. Dennoch sucht LiL dringend weitere Mitarbeiter sowohl für Costa Rica als auch für die Leitung in Deutschland. Auch wir selbst werden nach unserer Rückkehr zunächst noch auf Spenden angewiesen sein, weil wir noch einige Monate bei LiL angestellt bleiben, um die Freundeskreisarbeit abzuschliessen, Arbeit zu suchen und wieder in Holzgerlingen Fuss fassen zu können. Elisabeth & Hubert Binder Aus dem Gemeindebrief Ostern 2010Nun sind es schon gut 20 Jahre, dass wir in Costa Rica leben und mit der Werksmission "Licht in Lateinamerika" arbeiten mit dem Ziel, Indianern Mittelamerikas ganzheitlich zu helfen. Dazu entstand im Süden des Landes ein erstes Ausbildungszentrum. Zunächst dachten die Mitarbeiter an Ausbildungskurse für Indianer-Männer. Seit 1988 sind diese 3-monatigen Kurse fester Bestandteil unseres Jahresprogramms. Nach und nach gewannen auch andere Arbeitsbereiche immer mehr an Bedeutung: z.B. entstand ein Kursprogramm für Frauen, so dass zu den Kursen nun auch Paare oder ganze Familien kommen können. Die Kursabgänger werden von den Lehrern in ihren Stammesgebieten in Projekten unterstützt. (Wie so ein Kurs abläuft ist unten beschrieben.)
Und einige von ihnen sind wesentlich am Aufbau eines neuen Ausbildungszentrums in Honduras beteiligt. Dort soll in diesem Jahr mit dem Unterricht begonnen werden. Auch in Panama zeichnet sich die Möglichkeit zu einem neuen Ausbildungszentrum ab. Meilensteine auf diesem Weg waren bislang kürzere Schulungstreffen, die wir im Gebiet der Guaymi-Indianer durchgeführt haben. Wichtige Aufgaben in der Organisation und Durchführung sowie im Unterricht dieser Schulungstreffen wurden von ehemaligen Indianer-Schülern übernommen. Dadurch sammelten sie in kleinem Rahmen Erfahrungen für die künftige, grössere Aufgabe in einem Ausbildungszentrum. Wir freuen uns, dass wir in diesem Prozess Früchte der Ausbildungsarbeit sehen können und dass Gott Türen für neue Schritte und Visionen öffnet, damit noch mehr Indianern ganzheitlich geholfen werden kann. Ganzheitlich bedeutet für uns, dass wir sowohl im praktisch-handwerklichen, als auch im geistlichen und im sozialen Bereich schulen und Hilfe bieten. Für diese Aufgabe braucht es eine breite Gruppe von Mitarbeitern sowohl in Deutschland als auch in Costa Rica, Honduras und Panama. Wir möchten an dieser Stelle ganz herzlich danken, dass auch in diesem Jahr unsere Arbeit und die Projekte von LiL mit einer Spende vom Gemeindebazar unterstützt und ermöglicht wird. Wenn jemand die Arbeit weiterhin unterstützen möchte, so ist dies auf vielfältige Weise möglich:
Wir freuen uns über jede Rückmeldung und verbleiben mit herzlichen Grüssen und in Gott verbunden, Elisabeth & Hubert Binder Aktiv-Urlaub einer Gruppe aus Holzgerlingen 2010Von Dieter Sommer, aus dem LiL-Gebetsbrief März 2010 Die Zusammenarbeit und das Zusammensein mit den Aktivurlaubern war toll. Sie brachten viel Freude und Motivation mit. Sie haben auch viel geleistet. Das neue Holzlager hat ein Dach bekommen, die Ziegen einen neuen Stall, das Projekt Biogasanlage ist einen grossen Schritt weitergekommen und einige hundert Meter Stoff wurden zu Vorhängen, Bettwäsche, Tischläufern und anderen Sachen verarbeitet. Auch unsere Kinder profitierten gerne vom Angebot des Nähunterrichtes. So entstanden auch unter ihren Händen, Taschen, Kissen oder Bälle. Dankbar sind wir auch für alle Bewahrung, die wir erleben durften. Herzlichen Dank für alles und Gott segne sie dafür. Auch die Gespräche mit Markus Bolliger (Vorstandsmitglied Schweiz) und Dieter Sommer (Deutschland) waren offen, ehrlich und von gegenseitigem Verständnis geprägt. Das Bild unten zeigt die Gruppe der Aktiv-Urlauber mit Gästen.
Sommer 2009Im Gottesdienst am 28. Juni 2009 in der Johanneskirche wurde Christine Jäckle verabschiedet. Sie geht für ein Jahr nach Costa Rica, um auf der Finca, auf der Elisabeth und Hubert Binder arbeiten, die Betreuung der Kinder im Grundschulater zu übernehmen.
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mit LiL - Licht in Lateinamerika elihubinder @ gmx.de |
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Bildergalerie: Ein Jahr auf der Finca |
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