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Missionsarbeit von Holzgerlinger Angehörigen

Schwester Lilly Singer

Aus einem Rundbrief der Altvandsburger Schwestern, Herbst 2006

'Schwester Lilly Singer, die ja bereits 2003 nach fast 39 Jahren Missionsdienst aus Taiwan zurückgekehrt war, zieht es wieder nach Asien. Auf Einladung eines staatlichen „Wohlfahrtsheims“ war sie 3 ½ Monate in China. Ihre Arbeit bestand darin, die Mitarbeiter im Kinderhaus zu schulen und den über 70 Kindern, die in für uns unvorstellbaren Verhältnissen leben, ein humaneres Leben zu ermöglichen. Die Kinder waren in der Regel von ihren Eltern ausgesetzt worden: entweder, weil sie schwer behindert waren, oder sie wurden als kranke, hoch fiebernde Säuglinge heimlich bei Nacht am großen Eingangstor abgelegt. Schwester Lilly berichtete von der großen Not dort nach ihrem ersten Aufenthalt:

„Die Kinder schliefen in ihren Eisenbetten auf Holzbrettern ohne Kissen und Unterlage. Manche waren angebunden. Es gab so viel Elend, und man wusste nicht, wo man mit den wenigen Helfern anfangen sollte, eine Veränderung zu schaffen. Doch ich freue mich, dass sich in den 3 Monaten meines Dort Seins dann doch manches verändert hat, auch wenn die Welt des einzelnen Kindes immer noch nur aus seinem Bett besteht.

Keines der Kinder wird mehr angebunden. Sie können Musik hören, und am Abend kommt ein Teil von ihnen auf dem Flur zusammen und kann im Rollstuhl oder auf einem Stühlchen am Ballspiel teilnehmen. Jedes der gelähmten Kinder soll nun wenigstens einmal am Tag, und wenn es zum Eingeben des Essens ist, aus seinem Bett genommen werden.

Ich habe erlebt, wie leicht diese Kinder zu erfreuen sind. Und wenn die Kinder glücklich sind, geht den Helfern die Arbeit auch leichter von der Hand. Die wenigen Angestellten im Kinderhaus sind fast alle Christen und tun ihren schweren Dienst für wenig Geld aus Liebe zu Jesus. Die Kinder verstehen kam chinesisch, aber die Sprache der Liebe versteht jedes.

Mit meinen Gedanken und Gebeten bin ich sehr oft bei den Kindern. Gerade jetzt, wo der Winter vor der Tür steht, möchte ich so gerne, dass jedes ein warmes Bett hat und keine Angst vor der kalten Nacht zu haben braucht. So Gott will, werde ich vor Weihnachten noch einmal bei ihnen sein.“'

Inzwischen war sie schon mehrmals wieder dort und sieht, wie die Hilfe Wirkung zeigt..

Schwester Lilly's „Lebenswerk“

wird im Folgenden geschildert; diese Arbeit wird heute noch von Holzgerlingen aus unterstützt.

Schritte aus der Dunkelheit .....
Die Arbeit der Hildesheimer Blindenmission in Taiwan. Seit 1968 Unterstützung der Huei-Ming School, Taichung County, Taiwan, R.O.C. Schule und Heim für blinde und mehrfach behinderte Kinder

 

{Sister Lilly Singer}

Hier:

Förderung und Unterstützung dieser Schule

a)

durch Schwester Lilly Singer, ausgesandt vor über 35 Jahren durch die Marburger Mission und Hildesheimer Blindenmission

b)

durch die Beteiligung unserer Kirchengemeinderätin Erika Schick an der Ausstellung ‚Kunstbegegnung im Frühling'.

 

{Schules}

Die Huei-Ming School ist eine sozialtherapeutisch-missionarische Einrichtung mit deutscher Unterstützung. Die gelernte Krankenschwester Lilly Singer, eine Schwester von Erika Schick, begann in Taiwan nach dem Sprachstudium mit einer Arbeit unter Leprakranken. Danach folgte Gemeindearbeit in Taipei. Vor ca. 20 Jahren übernahm sie die Verantwortung in der Huei-Ming School. In der täglichen Fürsorge für die blinden und behinderten Kinder sah sie ihren Platz, an den Gott sie gestellt hatte. Sie unterstützte die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte und Hausmütter (meist engagierte Christen), sorgte sich um die kranken Kinder. Von denen wird sie deshalb "der Engel aus Deutschland, den Gott nach Huei-Ming gesandt hat" genannt. Die missionarische Prägung der Schule zeigt sich in den täglichen Morgenandachten, christlichen Religionsunterricht und Chorsingen. Die Heimkinder erhalten abends biblische Geschichten vorgelesen.
Die Kinder erhalten hier eine Ausbildung entsprechend den Lehrplänen der taiwanesischen öffentlichen Schulen: Vorschule, Volks- und Mittelschule, Werkstattunterricht. Nach jahrelanger Unterstützung durch die Hildesheimer Blindenmission ist die Leitung der Schule im Jahr 2003 ganz in taiwanesische Hände übergegangen.

 

 

 




Im Februar 2003 erhielt Schwester Lilly Singer die Ehrenbürgerwürde von Taiwan.
Zum 1.April 2003 trat Schwester Lilly Singer in den Ruhestand. Die Leitung "ihres" Heims liegt jetzt gut in einheimischen Händen; dieser Wechsel war schon lange vorbereitet worden.

Wir gratulieren herzlich. Der Schmuckverkauf in Holzgerlingen findet regelmäßig statt und kommt diesem Heim zugute.

Schwester Lilly begleitet weiter Projekte der Hildensheimer Blindenmission und sieht nach „ihrem“ Heim.

 





Kunstbegegnung im Frühling: bei dieser Veranstaltung von Kunsthandwerkern aus Holzgerlingen und Umgebung in der Burg werden gemeinschaftlich von den Ausstellern die Miete für den Stand von Erika Schick getragen. Das ist eine sehr erfreuliche gute Sache. Erika Schick bietet in ihrem Ausstellungsraum unter hübscher selbstgefertigter Dekoration Schmuckgegenstände wie Perlenketten, Armreifen oder Anhänger zum Kauf an. Diese Schmuckstücke sind in geduldiger Arbeit aus vielen Einzelteilen aufgereiht und bearbeitet worden.

So tragen die Schüler indirekt mit dem Erlös aus dem Verkauf zur Deckung der Schul- und Heimkosten bei.

Außerdem wird von den Ausstellern eine Cafe-Ecke organisiert, die von den Ausstellungsbesuchern gerne angenommen wird. Der Erlös von Kaffee und den gespendeten Kuchen, zusammen mit dem Verkauf der Dekorationsstücke, kommt ebenfalls ohne Abzug diesem Missionsprojekt zugute.

Verschiedentlich konnte Schwester Lilly sogar selbst beim Verkauf mitarbeiten. Das ist für alle ein Erlebnis.

Der Verkauf des Schmucks, zusammen mit dem Verkauf von Kaffee, Kuchen und der Dekoration bringt jedes Jahr einen Erlös von mehreren tausend Euro.

Im März 2008 z.B. erbrachte der Verkauf von
- Taiwanesischem Schmuck 1500 Euro für Taiwan
- Gebastelter Dekoration über 700 Euro
- Kaffee und Kuchen über 350 Euro
Damit konnten nach Taiwan 1550 und nach China 1100 Euro geschickt werden.

Allen Helfern, Kuchenspendern und Gebern herzlichen Dank!