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Holzgerlinger Freunde in der Mission Familie Weidmann in Kapstadt
Heinrich Weidmann erzählt: 'Im Dezember 2007 klingelt es an der Tür. „Ist das hier eine Kirche?“ fragt ein junger Mann. „Ja“ antworte ich. „Warum?“
„Ich war schon in elf Kirchen in Kapstadt, und alle waren verschlossen!“ - „Warum suchen Sie eine Kirche?“ frage ich ihn. „Ich möchte eine Kerze anzünden für einen lieben Menschen, der in Deutschland gestorben ist.“ So bin ich mit ihm in den Gemeindesaal gegangen; ich habe eine Kerze geholt und angezündet, und wir haben uns miteinander unterhalten. Nicht nur über seinen Großvater, dessen Tod ihm sehr nahe ging: er war sehr aufgewühlt, und wir unterhielten uns auch über den Tod und die Frage, wo sein Großvater die Ewigkeit zubringt und er selbst auch. Und über Jesus Christus, der deshalb auf die Welt gekommen ist, damit wir einmal die Ewigkeit bei ihm verbringen können.'
Die Holzgerlinger Famile Eberhard und Gisela Lange kannte Familie Weidmann schon vor ihrer Ausreise 1980 nach Südafrika; die beiden Frauen sind miteinander in der Nachbarschaft aufgewachsen und waren zusammen in der Jugendarbeit des EC (Entschieden für Christus).
Heinrich Weidmann war als Maschinenbauer 1975 beruflich im Auftrag einer Coburger Firma in Johannesburg (Südafrika) tätig. Dort wurde er von dem Stadtmissionar angesprochen, lehnte aber ab: „Mit Kirche und Glauben habe ich nicht viel am Hut!“ - „Wir haben auch anderes zu bieten“ entgegnete der Stadtmissionar. Und so fuhr Heinrich Weidmann mit der Stadtmission zu einer Abenteuer-Freizeit, 14 Tage auf dem Okawango-Fluss. Jeden Abend hörte er etwas über den Glauben und die Bibel; vor allem aber lernte er Menschen kennen, die eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus haben und denen man das abspüren konnte, dass diese Beziehung ihr Leben prägt. Am Ende der 14 Tage vollzog er in seinem Leben eine Wende: er wollte auch mit diesem Jesus leben.
1980 heiratete er Franziska, und die beiden reisten aus nach Johannesburg, wo er die Deutsche Stadtmission übernahm. In dieser Zeit wurden auch ihre vier Kinder geboren. Nach 11 Jahren wechselten sie für 14 Jahre in die Stadtmission Pretoria, und sind seit Januar 2006 in Kapstadt.
Schon 1966 wurde die erste Stadtmission im südlichen Afrika in Johannesburg gegründet. Zur Zeit gibt es Chrischona Missionen im Südlichen Afrika in:
1974 wurde die Stadtmission in Kapstadt eröffnet; dazu wurde eine alte Villa erworben (Bild 4) und ein Gemeindesaal angebaut (Bild 2). Von seinem Büro aus hat Heinrich Weidmann einen schönen Blick auf den Tafelberg, und vom Wohnzimmer aus das Panorama vom Tafelberg über die ganze Innenstadt.
In Südafrika werden die Menschen eingeteilt in drei Gruppen:
In Johannesburg (7 Mio. Einwohner) und Kapstadt (3,5 Mio. Einwohner) leben jeweils 30.000 bis 40.000 Deutsche. Die Probleme des Landes sind:
Die Deutschen, die dort sehr zerstreut leben, halten zusammen und sind sehr offen. Die deutschsprachige Evangelische Stadtmission bietet daher viele Möglichkeiten, Deutsche in Südafrika zu erreichen. Zum einen wird unter den verstreut lebenden Deutschen von Mund zu Mund weitergesagt, wenn ein Deutscher andere Deutsche oder deutschsprachige Veranstaltungen kennt. Darüber hinaus bietet die Deutsche Schule die Möglichkeit, die Stadtmission als Ort und Organisation bekannt zu machen: Jedes Jahr legen Zwölftklässler der Deutschen Schule ihre Prüfung zum Matrik (Südafrikanisches Abitur) in den Räumen der Stadtmission ab. Und die Schule gibt jede Woche ein Nachrichtenblatt heraus, in dem die Stadtmission ihre Termine mit veröffentlicht.
Auch von Kapstadt aus bieten sich viele Möglichkeiten, Abenteuerfreizeiten anzubieten und so Deutsche mit den Evangelium bekannt zu machen. Aber es finden auch Menschen zur Stadtmission, die einfach so kommen, weil sie Hilfe brauchen, wie der junge Mann, von dem am Anfang berichtet worden ist.
Seit der Neugründung einer Deutschen Stadtmission Tygerberg steht die Deutsche Stadtmission Kapstadt vor der Herausforderung, dass praktisch alle jungen Familien nicht mehr da sind, und der Kinder- und Jugendarbeit sowohl die Besucher als auch die Mitarbeiter fehlen. Aber die Gemeinde ist interessiert und motiviert, auch diese Arbeit weiterzuführen und mit neuen Mitarbeitern wieder aufzubauen.
Weil der Lebensstandard in Südafrika nicht so hoch ist wie in Deutschland, kann die Stadtmissions-Gemeinde diese Arbeit nicht ganz aus eigener Tasche bezahlen und ist auf Spenden aus dem Ausland angewiesen.
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